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Implementierung eines bewegungsfördernden Interventionskonzepts zur Prävention demenzieller Erkrankungen in Bayern

GESTALT erprobt den Transfer eines multimodalen Bewegungsprogramms zur Prävention demenzieller Erkrankungen in die praktische Arbeit von Präventionsanbietern in Erlangen. Im Rahmen von kooperativen Planungsgruppensitzungen soll das Bewegungsprogramm mit den Partnern geplant, implementiert und evaluiert werden sowie ein Aufbau von Gesundheitsförderungsstrukturen gelingen. Die Teilnehmer mit erhöhtem Risiko für Demenz sollen innerhalb des sechsmonatigen Interventionszeitraums lernen, sich selbstständig und nachhaltig zu aktivieren.

Kurzüberblick

Zeitraum: 2010-2013
Projektflyer zum download: Gestalt
Projektkoordinator: Prof. Dr. Alfred Rütten
Projektmitarbeiter: Andrea Wolff
Auftraggeber: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit

Ziele

Hauptziele von GESTALT sind die Verbesserung physischer, kognitiver und psychosozialer Ressourcen bei älteren Menschen, sowie der kooperative Aufbau von Gesundheitsförderungs-strukturen zur Prävention demenzieller Erkrankungen mit Präventionsanbietern aus Erlangen.

Ein weiteres Ziel ist es, den Transfer des Bewegungsprogramms in die praktische Arbeit von lokalen Präventionsanbietern zu erproben sowie die Nachhaltigkeit des Programms mit den beteiligten Kooperationspartnern zu sichern.

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Zielgruppen

  • Ältere Erwachsene (65-75 Jahren), die ein erhöhtes Risiko für Demenzerkrankungen besitzen, aber bei denen keine derartige Erkrankung diagnostiziert wurde. Risikofaktoren sind u.a. genetische Disposition, Bewegungsmangel, erhöhtes Körpergewicht, Bluthochdruck, verminderte soziale Kontakte, niedriger Bildungsstatus oder Depressionen.
  • Ältere Erwachsene (65-75 Jahre), bei denen leichte kognitive Einschränkungen (MCI), aber keine Demenzerkrankung diagnostiziert wurden sowie deren Ehepartner/innen oder Angehörige.

Projektverlauf

Das Pilotprojekt GESTALT umfasst fünf Phasen.

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Phase 1

In der ersten Projektphase werden für das Projekt relevante Organisationen in Erlangen kontaktiert.

Phase 2

In der zweiten Phase wird innerhalb von vier kooperativen Planungsgruppensitzungen unter aktiver Teilnahme der beteiligten lokalen Partner und Organisationen die Programmumsetzung geplant und ein Maßnahmenkatalog erstellt.

Phase 3 und Phase 4

In Phase drei und vier soll zur Steuerung der Umsetzung die kooperative Planung weitergeführt werden.

  • In der dritten Projektphase wird die Intervention von GESTALT in den jeweiligen Organisationen umgesetzt. Der Prozess der Umsetzung wird evaluiert.
  • In der vierten Phase wird die Institutionalisierung des Programms im jeweiligen Organisationskontext eingeleitet.

Phase 5

In der fünften und abschließenden Projektphase werden die nachhaltige Aktivierung von den Teilnehmern und die Institutionalisierung von GESTALT evaluiert.

Weitere Entwicklungen

An zwei der ursprünglich fünf Standorte finden weiterhin einmal wöchentlich Folgeangebote für die Teilnehmenden des ersten Programmdurchlaufs statt.

Interventionskonzept

Die Intervention beinhaltet eine nachhaltige körperliche Aktivierung der Probanden. Die Teilnehmer sollen befähigt werden, auch nach Ende der Intervention einen körperlich aktiven Lebensstil aufrecht zu halten. Die Intervention beinhaltet ein 1-3 Mal wöchentlich stattfindendes integriertes Bewegungsprogramm und eine 1-2 Mal monatlich stattfindende telefonische Bewegungsberatung (in den Interventionsmonaten 3-6).

Das Bewegungsprogramm gliedert sich in ein körperliches Trainingsprogramm mit einer Dauer von 60 Minuten und ein anschließendes moderiertes Gruppengespräch von 30 Minuten. Das Bewegungsprogramm wird in den Monaten 1 und 2 des Interventionszeitraums dreimal pro Woche stattfinden und in den folgenden Monaten ein bis zwei Mal pro Woche.

Die Inhalte des integrierten Trainingsprogramms orientieren sich an den Themenfeldern

  • Tanz und Bewegung zu Musik,
  • Sport und Spiel,
  • Bewegung im Alltag.

Es wird eine Integration von kognitiver, physiologischer und sozialemotionaler Stimulierung bei den Teilnehmern angestrebt. Durch die Übungen wird eine circa sechzigprozentige Herzfrequenzbelastung der Teilnehmer erzielt.

Um zu erreichen, dass die Teilnehmer weiterhin selbständig trainieren, werden externe Anbieter bzw. Übungsleiter von Sport- und Bewegungsprogrammen zu den Gruppentreffen eingeladen. Die Trainingsgruppe besucht auch Sporteinrichtungen, die auf das Trainingsprogramm ausgerichtet sind.

Telefoncoaching

Die telefonische Bewegungsberatung setzt ab dem dritten Interventionsmonat ein. Sie soll die körperliche Aktivierung der Teilnehmer hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit unterstützen. Die telefonische Beratung beinhaltet die Erstellung wöchentlicher Bewegungspläne, die Erörterung von Problemen und Erfolgen sowie die Vermittlung von Handlungskompetenzen in Bezug auf Bewegung.