Der Lehrstuhl Bewegung und Gesundheit (Leitung: Prof. Dr. Klaus Pfeifer) vom Institut für Sportwissenschaft und Sport (ISS) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) startete am 01. November 2015 das Projekt:

bayerstaatswappen_rgbesf_4c_01„KMU-bewegt: Bewegungsförderung und Bewegungstherapie – Ein Projekt zum Wissenstransfer zwischen FAU und kleinen und mittleren Unternehmen im Sektor Gesundheitsförderung und Rehabilitation.“

 

 

Bewegungstherapie im Wandel

Die Prävalenz körperlicher Inaktivität bei Menschen mit chronischen Erkrankungen ist hoch und stellt einen eigenständigen Risikofaktor für die Entstehung und Chronifizierung von nicht-ansteckenden Erkrankungen dar. Gleichzeitig ist die Evidenz für positive Effekte körperlicher Aktivität in der Rehabilitation chronischer Erkrankungen mittlerweile immens. Heutzutage stellt die Bewegungstherapie die umfangstärkste Intervention innerhalb der Rehabilitation chronischer Erkrankungen, jedoch bleiben Veränderungen hin zu körperlich aktiven Lebensweisen jedoch häufig aus. Somit bekommt die Bindung an körperlich-sportliche Aktivität neben der Weiterentwicklung der Bewegungstherapie hinsichtlich einer biopsychosozialen Zielsystematik eine zentrale Bedeutung.

Zeitgemäße bewegungstherapeutische Konzepte adressieren demnach die Befähigung zur Initiierung und Aufrechterhaltung körperlich-sportlicher Aktivität, um die positiven körperlichen Anpassungen nach der Rehabilitation langfristig optimieren und sichern zu können.

Herausforderungen bewegungstherapeutischer Versorgung

Der schnelle Transfer von wissenschaftlich erfolgreich entwickelten und erprobten Konzepten in die Praxis ist eine aktuell national wie international diskutierte Herausforderung. Dies gilt vor allem in Bezug auf die kommunikative Vernetzung, die nötigen Paradigmenwechsel in Aus- und Fortbildung (Inter- bzw. Transdisziplinarität) und die Notwendigkeit zur stetigen Aktualisierung von Versorgungsleistungen. Mit Blick auf eine evidenzgesicherte Versorgung und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen der Gesundheitsversorgung sind dies insbesondere Aufgaben für KMU in Regionen, in denen z.B. durch den demografischen Wandel besondere Herausforderungen erwachsen (alternde Bevölkerung, Zunahme chronischer Erkrankungen)

Hinzu kommt ein aktuell noch relativ begrenztes Wissen, wie Bewegungsförderung und Bewegungstherapie in der Praxis tatsächlich umgesetzt werden, an welchen Stellen dort eventuell noch direkt praxisnaher Forschungs-, Erkenntnis- oder Ressourcenbedarf besteht oder welche Barrieren die Translation von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Praxis erschweren.

Projekt-Ziele

Das Projekt zielt auf eine langfristige Verbesserung der Versorgungsqualität sowie der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in der Gesundheitsförderung und Rehabilitation durch systematischen Wissenstransfer zwischen Hochschule und kleinen, mittleren Unternehmen der Versorgung.

Vorgehen

Maßnahmen zur Erreichung der Ziele sind die Konzeption und Realisation einer internetbasierten Kommunikations- und Weiterbildungsplattform, die Durchführung einer Bedarfserhebung bei den Unternehmen, Entwicklung von Schulungskonzepten und -modulen von therapiebasierten Konzepten der Bewegungsförderung und identfizierten praxisrelevanten Themengebieten sowie die Durchführung von netzbasierten Weiterbildungen mit verschiedenen Formaten.

Die Konzepte und Module orientieren sich an der Modellkonzeption zur verhaltensbezogenen Bewegungstherapie, die speziell für die Rehabilitation von Personen mit chronischen Erkrankungen konzipiert wurde und in unserer Arbeitsgruppe entwickelt wurde. Zudem sind Ressourcen wie Teilnehmerunterlagen oder Therapiemanuale im Laufe von verschiedenen Projekten entwickelt worden, die zur Umsetzung in der Praxis eingesetzt werden können und sollen:

Am Ende der Projektlaufzeit sollen theoriebasierte und praxisrelevante Wissensbausteine und Module vorliegen, die allen Mitarbeitern/innen teilnehmender Unternehmen auch nach Projektende zur Verfügung stehen.

Nutzen

Übergeordnetes Ziel des Projekts ist die Erhöhung der Qualität in der bewegungstherapeutischen Versorgung. Von dem angestrebten bilateralen Wissenstransfer profitieren sowohl die Gesundheits-und Rehabilitationszentren und die universitäre Forschung. Das Projekt dient ebenso als Basis für eine systematische Qualitätsentwicklung der Bewegungstherapie insbesondere im Hinblick auf die Weiterentwicklung, Dissemination und Implementierung evidenzbasierter bewegungstherapeutischer Konzepte.

Förderung und Partner

Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Netzgestützter Wissenstransfer von Hochschulen in Unternehmen“ gefördert, das vom Europäischen Sozialfonds (ESF) unter der Projektträgerschaft der virtuellen Hochschule Bayern (vhb) durchgeführt wird. Dieses Förderprogramm ist der Prioritätsachse A „Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung und Unterstützung der Mobilität der Arbeitskräfte“ der Aktion 6 des ESF „Netzwerktätigkeiten zwischen Hochschulen und Unternehmen“ zugeordnet.

Insgesamt beteiligen sich 27 Unternehmen an diesem Projekt. Die Partner beteiligen sich an der geplanten Bedarfsanalyse, der (Weiter-) Entwicklung der Plattform und an den Workshops bzw. webbasierten Weiterbildungen.

Zeitraum: 01.11.2015-31.10.2016
Projektleiter: Prof. Dr. Klaus Pfeifer
Projektmitarbeiter: Dr. Alexander Tallner, René Streber
Kooperationspartner: 27 Unternehmen
Auftraggeber: Virtuelle Hochschule Bayern und Europäischer Sozialfonds
Gesamtvolumen: 173.031€

Downloads und Links

Poster: KMU bewegt

Projektseite: www.kmu-bewegt.de