NEBB-Update

Aktualisierung und Weiterentwicklung der Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung (NEBB-Update)

Das Projekt NEBB-Update zielt darauf ab, die bestehenden Bewegungsempfehlungen auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zu aktualisieren sowie unter Berücksichtigung weiterer Bevölkerungsgruppen (Menschen mit Behinderung, hochbetagte Menschen, Schwangere und Frauen nach der Entbindung) und Aspekten der gesundheitlichen Chancengleichheit, der planetaren Gesundheit und der Qualität von Bewegung weiterzuentwickeln.

Die bestehenden Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung aus dem Jahr 2016 haben eine breite politische und gesellschaftliche Wirkung entfaltet und zahlreiche nationale Aktivitäten zur Bewegungsförderung angestoßen:

Seitdem sind jedoch neue wissenschaftliche Erkenntnisse hinzugekommen, die eine Aktualisierung erforderlich machen. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Gesundheit im Rahmen des Runden Tischs Bewegung und Gesundheit angekündigt, die Bewegungsempfehlungen weiterzuentwickeln und an aktuelle wissenschaftliche und gesellschaftliche Anforderungen anzupassen.

Methodisches Vorgehen

Die Aktualisierung und Weiterentwicklung der Nationalen Empfehlungen ist in zwei eng miteinander verbunden Themenblöcke gegliedert: Empfehlungen für Bewegung und Empfehlungen für Bewegungsförderung. Während die Empfehlungen für Bewegung beschreiben, welche Art und welches Ausmaß an Bewegung aus gesundheitlicher Sicht empfohlen werden, richten sich die Empfehlungen für Bewegungsförderung auf die Frage, wie Akteure der Bewegungsförderung in Deutschland Bewegung ermöglichen und fördern sollen.

Neben diesen Fragen greift das NEBB-Update auch relevante, querschnittliche Themen wie den Klimawandel, gesundheitliche Chancengleichheit, qualitative Aspekte von Bewegung und die Förderung von Bewegung in Krisenzeiten (z.B. Pandemien) auf.

Um den wissenschaftlichen Kenntnisstand systematisch aufzubereiten, wird im ersten Projektjahr (2025) ein umfassendes Evidenz-Update durchgeführt.

Wie und wie viel sollten sich Menschen nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft bewegen? Um diese Frage zu beantworten, werden die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse systematisch recherchiert, ausgewertet und hinsichtlich ihrer Aussagekraft bewertet. Berücksichtigt werden insbesondere Übersichtsarbeiten, die belastbare Aussagen über die gesundheitlichen Wirkungen von Bewegung in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen ermöglichen.

Auf dieser Grundlage werden die wissenschaftlichen Befunde zusammengeführt und in konkrete Empfehlungen übersetzt. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Aussagen dazu zu formulieren, wie viel Bewegung, mit welcher Intensität und für welche Bevölkerungsgruppen empfohlen wird.

Die Empfehlungen für Bewegung werden für folgende Bevölkerungsgruppen formuliert:

  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Schwangere und Frauen nach der Entbindung
  • Ältere Erwachsene
  • Hochbetagte
  • Menschen mit Behinderung und/oder nicht-übertragbaren Erkrankungen

Welche Maßnahmen, Strategien und Rahmenbedingungen tragen wirksam dazu bei, Bewegung in gesellschaftlichen Sektoren zu fördern? Im Unterschied zu den Bewegungsempfehlungen steht hier also nicht in erster Linie das individuelle Bewegungsverhalten im Fokus, sondern die Frage, wie bewegungsförderliche Lebenswelten geschaffen werden können.

Hierfür werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse systematisch aufgearbeitet und zusammengefasst. Berücksichtigt werden insbesondere Befunde dazu, welche Ansätze zur Bewegungsförderung wirksam sind und welche strukturellen Voraussetzungen bewegungsförderlich und/oder für eine erfolgreiche Umsetzung notwendig sind. Die Ergebnisse werden in einem evidenzbasierten Entwurf aufbereitet und im Rahmen eines Beteiligungsprozesses mit Akteuren der Bewegungsförderung in Deutschland zu praxisrelevanten und für den deutschen Kontext passenden Empfehlungen weiterentwickelt.

Im Rahmen der Aktualisierung und Weiterentwicklung werden Empfehlungen für Bewegungsförderung für folgende gesellschaftliche Bereiche formuliert:

  • Sektor Arbeit
  • Sektor Bildung
  • Sektor Gesundheit
  • Sektor Sport & Freizeit
  • Sektor Verkehr & Stadtplanung
  • Sektorübergreifende Ansätze

Im Rahmen des NEBB-Updates werden ausgewählte Querschnittsthemen gezielt berücksichtigt. Sie ergänzen die Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung um zusätzliche Perspektiven, die für die Weiterentwicklung der Nationalen Empfehlungen besonders relevant sind.

Qualität von Bewegung und leicht-intensive körperliche Aktivität erweitern die Empfehlungen für Bewegung. So werden unter anderem qualitative Aspekte wie die Rolle von individuellen Kontextfaktoren zur Ausführung von Bewegung ergänzt.

Planetare Gesundheit, gesundheitliche Chancengleichheit und Bewegungsförderung in Krisenzeiten ergänzen die Empfehlungen für Bewegungsförderung. Sie verbinden die Empfehlungen mit gesellschaftlichen Herausforderungen, die in der Bewegungsförderung berücksichtigt werden sollten und zum Teil spezifische Empfehlungen erfordern.

Im zweiten Projektjahr (2026) steht ein Beteiligungsprozess für die Weiterentwicklung der Empfehlungen für Bewegungsförderung im Mittelpunkt. Dieser bringt in sektorspezifischen Arbeitsgruppen rund 120 Akteurinnen und Akteure aus Politik, Praxis und Wissenschaft zusammen. Ziel ist es, die evidenzbasierten Entwrüfe der Empfehlungen für Bewegungsförderung zu prüfen, an den deutschen Kontext anzupassen und praxisrelevant weiterzuentwickeln.

Beteiligungsprozess

Ein zentrales Merkmal des NEBB-Updates ist der Beteiligungsprozess, der zahlreiche Expertinnen und Experten aus der Bewegungsförderung in die Aktualisierung und Weiterentwicklung mit dem Ziel, den Transfer wissenschaftlicher Empfehlungen in die Praxis  zu ermöglichen, einbezieht.

Das Projekt wird von verschiedenen Gremien begleitet. Die Gremien beraten das Projektteam fachlich und strategisch, um eine hohe wissenschaftliche und zugleich praxistaugliche Qualität der Empfehlungen zu garantieren.

  • Dr. Volker Anneken, Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport
  • Prof. Dr. Jürgen M. Bauer, Geriatrisches Zentrum am Universitätsklinikum Heidelberg
  • Prof. Dr. Ralf Brand, Universität Potsdam
  • Prof. Dr. Jens Bucksch, Pädagogische Hochschule Heidelberg
  • Prof. Dr. Eva Heinen, Eigenössische Technische Hochschule Zürich
  • PD Dr. Carmen Jochem, Universität Bayreuth
  • Prof. Dr. Christine Joisten, Deutsche Sporthochschule Köln und Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention e.V.
  • Prof. Dr. Heike Köckler, Hochschule für Technik, Wirtschaft, Gesundheit Bochum
  • Prof. Dr. Michael Leitzmann, Universität Regensburg
  • Dr. Kristin Manz, Robert-Koch-Institut
  • Prof. Dr. Sven Schneider, Universität Heidelberg
  • Prof. Dr. Rolf Schwarz, Pädagogische Hochschule Karlsruhe
  • Dr. Vera Tillmann, Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport
  • Prof. Dr. Manfred Wegner, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

  • Prof. Dr. Adrian Bauman, University of Sydney
  • Prof. Dr. Paquito Bernard, Université du Québec à Montréal
  • Prof. Dr. Panteleimon Ekkekakis, Michigan State University
  • Prof. Dr. Sonja Kahlmeier, City Health
  • Prof. Dr. Shawnda Morris, University of Ljubljana
  • Prof. Dr. Elaine Murtagh, University of Limerick
  • Dr. Joe Piggin, Loughborough University
  • Prof. Dr. Brett Smith, Durham University
  • Dr. Stephen Whiting, WHO Regional Office for Europe
  • Dr. Kremlin Wickramasinghe, WHO Regional Office for Europe

  • Angelika Baldus, Deutscher Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie e.V. (DVGS)
  • Dr. Claudia Brendler, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
  • Dr. Malte Bödecker, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
  • Marc Elxnat, Deutscher Städte- und Gemeindebund e.V. (DStGB)
  • Benedikt Ewald, Deutscher Behinderten Sportverband e.V. (DBS)
  • Constanze Gawehn, Deutscher Olympischer Sportbund e.V. (DOSB)
  • Inke Ruhe, Bundesvereinigung für Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG)
  • Jens Hupfeld, GKV-Spitzenverband
  • Dr. Thomas Kauth, Bundesverband der Kinder und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ)
  • Angela Kohls, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V. (ADFC)
  • Prof. Dr. Robert Richter, Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG)

  • Prof. Dr. Peter Gelius, Universität Lausanne
  • Prof. Dr. Katja Siefken, Medical School Hamburg
  • Prof. Dr. Gorden Sudeck, Eberhard Karls Universität Tübingen
  • Prof. Dr. Susanne Tittlbach, Universität Bayreuth
  • Prof. Dr. Claudia Voelcker-Rehage, Universität Münster
  • Prof. Dr. Alexander Woll, Karlsruher Institut für Technologie

Publikationen 

Abu-Omar, K., Geidl, W., Mino, E., Tcymbal, A., Resch, J., Messing, S., & Pfeifer, K. (2026). S10-2: Updating the German Recommendations for Physical Activity Promotion – Integration of Sector-Relatedness, Health Equity, and Planetary Health. Baltic Journal of Sport and Health Sciences, 5(Supplement), 264. https://doi.org/10.33607/bjshs.v5iSupplement.2030

Geidl, W., Abu-Omar, K., Mino, E., Tcymbal, A., Resch, J., Messing, S., & Pfeifer, K. (2026). S10-3: Updating the German Recommendations for Physical Activity. Moving Beyong Quantitative Recommendations? Baltic Journal of Sport and Health Sciences, 5(Supplement), 265. https://doi.org/10.33607/bjshs.v5iSupplement.2031

Pfeifer, K., Geidl, W., Abu-Omar, K., Mino, E., Tcymbal, A., Resch, J., … Tittlbach, S. (2025, September 8). Protocol for the Evidence Update of the German Recommendations for Physical Activity and Physical Activity Promotion  (NEBB-Update). https://doi.org/10.17605/OSF.IO/7TH2Z

Beiträge 

Prof. Dr. Klaus Pfeifer im Gespräch zum NEBB-Update – Erfahren Sie hier mehr:

Für weitere Informationen steht das Projektteam gerne zur Verfügung.

Kontakt: Project-nebb@fau.de
Projektlaufzeit: 02/2025 – 01/2027
Fördergeber: Bundesministerium für Gesundheit

Projektteam (v.l.): Dr. Sven Messing, Dr. Eriselda Mino, PD Dr. Wolfgang Geidl, PD Dr. Karim Abu-OmarProf. Dr. Klaus Pfeifer, Dr. Antonina Tcymbal, Julian Resch