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FaST-PD

Optimierung motorischer Lernprozesse in der Rehabilitation von Parkinsonpatienten
Facilitating Motor Skill Learning by Aerobic Training in Parkinson’s Disease (FaST-PD)

Morbus Parkinson ist eine neurodegenerative Erkrankung, die sich durch einen stetig fortschreitenden Verlust der Bewegungsqualität und –sicherheit kennzeichnet. Bewegungstherapeutische Maßnahmen zielen insbesondere auf den Erhalt und das Wiedererlernen grundlegender motorischer Funktionen. Ihre Wirkung begründet sich durch zentralnervöse Reorganisationsprozesse (Neuroplastizität) und sind demnach als Form der Gedächtnisbildung zu verstehen. Diese, auch als motorische Lernfähigkeit bezeichnete, Fähigkeit bleibt im Verlauf der Erkrankung weitestgehend erhalten, jedoch ist sie im Vergleich zur Altersnorm reduziert. Daher ist ein wesentliches Ziel aktueller Therapieforschung, Strategien zur Optimierung der eingeschränkten Gedächtnisbildung zu identifizieren. Ein vielversprechender Ansatz basiert auf aktuellen Studien, die motorische Gedächtnisbildung gesunder Erwachsener durch eine Kombination mit gezielten aeroben Belastungsreizen steigern konnten. Ziel des FaST-PD – Projekts ist es daher, die Effekte akuter Herz-Kreislaufbeanspruchungen auf die motorische Lernleistung von Parkinsonpatienten zu untersuchen. Hierzu sind insgesamt 3 Teilstudien geplant.

In der ersten Teilstudie soll, ausgehend vom aktuellen Forschungsstand bei gesunden Personen, der Einfluss einer akuten Herz-Kreislauf-Beanspruchung auf die motorische Lernfähigkeit bei Personen mit Morbus Parkinson überprüft werden. Hierzu wird der aerobe Belastungsreiz der motorischen Übung vorangeschaltet und mit einer vor dem Übungsprozess ruhenden Kontrollgruppe verglichen.

 

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Jüngste Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Konsolidierung motorischer Gedächtnisinhalte insbesondere dann positiv verstärkt werden kann, wenn die akute Ausdauerbeanspruchung dem motorischen Übungsprozess nachgeschaltet wird. Dieses Phänomen begründet sich in einer verbesserten Gedächtnisstabilisierung, ist bislang jedoch ausschließlich bei gesunden Erwachsenen nachgewiesen. Da bei Morbus Parkinson vor allem die Konsolidierung – also die Gedächtnisstabilisierung im Anschluss an den Übungsprozess – (neu)erlernter Bewegungen beeinträchtigt ist, erscheint eine dem Übungsprozess nachfolgende Ausdauerbeanspruchung sehr vielversprechend und soll demnach im zweiten Experiment überprüft werden.

 

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Im dritten Studienteil soll das in den Experimenten #1 und #2 gewählte Paradigma auf einen mehrwöchigen Therapieprozess übertragen und evaluiert werden. Untersucht wird, wie sich die regelmäßige unmittelbare Kopplung von motorischen Lerneinheiten und Herz-Kreislauf-Beanspruchungen auf die Konsolidierung und Automatisierung der geübten Bewegungen auswirkt. Ausgehend von den Erkenntnissen der ersten beiden Studien soll dabei das aerobe Training dem motorischen Lernen über einen mehrwöchigen Trainingszeitraum jeweils unmittelbar nachfolgen.

 

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Zeitraum: 2017 – 2021

Projektleiter: PD Dr. Simon Steib

Projektmitarbeiter: Philipp Wanner, Florian Ostermair

Kooperationspartner:

  • Universitätsklinik Erlangen – Molekular-Neurologische Abteilung (Prof. Dr. med. Jürgen Winkler, Prof. Dr. med. Jochen Klucken);
  • Krankenhaus Rummelsberg – Abteilung für Neurologie (PD Dr. Martin Winterholler);
  • Klinikum Würzburg Mitte, Standort Juliusspital – Abteilung für Neurologie (Prof. Dr. med. Mathias Mäurer)

Auftraggeber: Deutsche Stiftung Neurologie (DSN)

Weitere Informationen:  Motor Control and Health Lab