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ISEP – integrierte Sportentwicklungsplanung

Sportentwicklungsplanung

Sportentwicklungsplanung ist ein zielgerichtetes methodisches Vorgehen, um die infrastrukturellen Rahmenbedingungen (Raum, Angebot und Organisation) für Sport und Bewegung der Bevölkerung zu sichern. Sie beinhaltet:

  • Schaffung notwendiger empirischer Grundlagen (Bestands- und Bedarfsermittlung)
  • Festlegung von Zielen, Prioritäten und Maßnahmen
  • Abstimmung mit allen relevanten Interessengruppen
  • Qualitätssicherung und Evaluation

Integrierte Sportenwicklungsplanung (ISEP)

ISEP ist ein wissenschaftlich fundierter Ansatz, um den oben genannten aktuellen Anforderungen an eine zeitgemäße und zukunftsfähige kommunale Infrastrukturentwicklung im Bereich Sport und Bewegung gerecht zu werden.

Zugleich ist ISEP ein ausgesprochen anwendungsorientierter Ansatz, d.h. er soll den aktuellen Problemen der kommunalen Sportpraxis angemessen sein und hier zu konkreten Lösungen führen.

Warum ISEP?

ISEP verbindet eine auf die gesamte Bevölkerung einer Kommune bezogene, methodisch elaborierte Sportstättenbedarfsanalyse mit einem kooperativen Planungsansatz, der im Sinne der Lokalen Agenda 21 einen nachhaltigen Konsens von Bürgern, Entscheidungsträgern und Experten über Ziele und Maßnahmen der kommunalen Sportentwicklung gewährleistet.

Eine Gemeinde schafft mit dem Sportentwicklungsplan die Grundlagen für eine moderne Sportentwicklungsplanung. Die Förderung von Sport und Bewegung in der Bevölkerung hat wegen der damit verbundenen vielfältigen Bildungs- und Erlebnismöglichkeiten sowie gesundheitlichen und sozialen Wirkungen eine wichtige Funktion für die Stärkung der Bevölkerung in der Stadt.
Bedarfsgerechte Sport- und Bewegungsräume spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie sind ein wichtiger „weicher Standortfaktor“ und eine wesentliche infrastrukturelle Voraussetzung für eine ausgewogene und nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung.

Bestandsaufnahme

Zusammenstellung der Daten zu:

  • Bevölkerungsstruktur/-entwicklung und Schulentwicklung
  • bestehenden Sportanlagen
  • Bewegungsräumen (z.B. Bolzplätzen, Joggingstrecken, Spielplätzen)
  • Sportvereinen
  • Sonstigen Sportanbietern (z.B. kommerziellen Fitnessstudios)

Bedarfsanalyse

  1. Analyse von Nachfrage- und Angebotsstrukturen
    • Basismodule
      • Sportverhaltensstudie
      • Vereinsbefragung
    • optionale Module
      • Expertenbefragung (Delphi-Studie)
      • Befragung der kommerziellen Sportanbieter
  2. Ermittlung der aktuellen und zukünftigen Bedarfe nach dem Leitfaden des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp) differenziert nach Art der Sportanlage (Sporthallen, Sportplätze, Schwimmbäder, spezielle Sportanlagen)

Kooperative Planung

  • Stakeholderbasierte Erhebung des Sportentwicklungsbedarfs
  • Koordinierung der Kooperation verschiedener Interessengruppen
  • Entwicklung eines gemeinsamen Aktionsplans
  • Entwicklung von Visionen und Leitbildern zur Sportentwicklung
  • Festlegung und Spezifizierung von Zielen
  • Entscheidung über Prioritäten
  • Zielgerichtete Erarbeitung von umsetzbaren Maßnahmen

Sportentwicklungsplan

  • Darstellung der Ausgangslage, Ziele und Zeiträume sowie der Vorgehensweise der Planung
  • Zusammenfassung und Evaluation der Ergebnisse aus der Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse
  • Zusammenfassung und Evaluation der Ergebnisse des kooperativen Planungsprozesses: Maßnahmenkatalog
  • Empfehlungen für die zukünftige Sportentwicklung

  • Projektort: Aschaffenburg
  • Bundesland: Bayern
  • Einwohnerzahl: 69.000
  • Projektart: ISEP
  • Zeitraum: 2008-2009

Der Sportentwicklungsplan der Stadt Aschaffenburg hat sowohl den Ansatz der verhaltensorientierten als auch der Kooperativen Planung berücksichtigt und verbindet beide in einem ganzheitlichen Verfahren der Integrierten Sportentwicklungsplanung (ISEP). Damit konnten die spezifischen Vorteile der jeweiligen Ansätze genutzt, aber deren Nachteile und Einseitigkeiten vermieden werden. Die Stadt Aschaffenburg erteilte der Universität Erlangen-Nürnberg, Institut für Sportwissenschaft und Sport (ISS), im April 2008 den Auftrag zur Erstellung einer Integrierten Sportentwicklungsplanung mit dem Schwerpunkt Sportvereine.

Im Jahr 2016 wurde das DSS mit einer Nacherhebung beauftragt.

 

  • Projektort: Bamberg
  • Bundesland: Bayern
  • Einwohnerzahl: 
  • Projektart: ISEP
  • Zeitraum: 2015

2015 hat die Stadt Bamberg das DSS mit einer Sportentwicklungsplanung beauftragt.

 

  • Projektort: Bad Homburg v.d.H.
  • Bundesland: Hessen
  • Einwohnerzahl: 52.000
  • Projektart: ISEP
  • Zeitraum: 2007-2008

Die Stadt Bad Homburg integrierte die Bereiche Sport, Spiel, Freizeit und Erholung und konnte als ein erstes Ergebnis den Sportent­wicklungs­plan als ein um­fassendes Pla­nungs­instrument vorlegen.

Der Sportentwicklungsplan der Stadt Bad Homburg berücksichtigt sowohl den Ansatz der verhaltens­orientierten als auch der Kooperativen Planung und verbindet beide in einem ganz­heit­lichen Verfahren der Integrierten Sportentwicklungsplanung (ISEP). Damit konnten die spezifischen Vorteile der jeweiligen Ansätze genutzt, aber deren Nach­­teile und Einseitigkeiten vermieden werden. Die Stadt Bad Homburg erteilte der Universität Erlangen-Nürnberg, Institut für Sportwissenschaft und Sport (ISS), im März 2007 den Auftrag zur Erstellung eines solchen Integrierten Sport­entwicklungs­planes.

  • Projektort: Dresden
  • Bundesland: Sachsen
  • Einwohnerzahl: 512.234
  • Projektart: ISEP III – teilräumig: Modellvorhaben des BMVBS
  • Zeitraum: Juli 2009-Juni 2010
  • Kontakt: Sportstätten- und Bäderbetrieb der Stadt Dresden

Das DSS hat von 2002-2003 in Dresden die erste ISEP in einer deutschen Großstadt durchgeführt.

Im Jahr 2008 wurde die Umsetzung von ISEP in Dresden vom DSS evaluiert und der Sportentwicklungsplan fortgeschrieben. Dieses Projekt war also die dritte Beauftragung des DSS durch die sächsische Landeshauptstadt und sollte insbesondere der teilräumigen ISEP dienen. ISEP III (FoSep) in Dresden wurde als Modellvorhaben im Rahmen des Programms “Experimenteller Wohnungs- und Städtebau” (ExWoSt) im Forschungsfeld „Sportstätten- und Sportentwicklung“ gefördert. ExWoSt ist ein Programm des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) zur Förderung von städtebau- und wohnpolitischen Themen und wird vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) betreut.

2017-2018 hat das DSS die ursprüngliche ISEP erneut durchgeführt.

  • Projektort: Duisburg
  • Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Einwohnerzahl: 499.111
  • Projektart: ISEP
  • Zeitraum: Juli 2009-Juni 2010
  • Kontakt: DuisburgSport

Die ISEP wurde im Auftrag des DuisburgSport der Stadt Duisburg im Planungszeitraum von Juli 2009 bis Juni 2010 umgesetzt. Die Stadt Duisburg hat ca. 499 000 Einwohner und ist in Nordrhein-Westfalen an Rhein und Ruhr gelegen. Diese beiden Flüsse teilen die Stadt in drei Gebiete, die im Prozess der ISEP differenziert behandelt werden. Die Stadt Duisburg hatte mit dem Projekt Duisburg 2027 langfristige strategische Ziele für die Stadtentwicklung formuliert, die als ein Kernziel vorsahen, Duisburg als Sportstadt zu positionieren.  Die ISEP hat als ein Teilprojekt zur Entwicklung von Strategiekonzepten zur Flächennutzung für die drei genannten Stadtgebiete beigetragen. Es ging dabei darum, Stadtentwicklung und Sportentwicklung unter ein gemeinsames Leitbild zu integrieren. Die Ermittlung des Bestands und Bedarfs an Sportstätten, Bewegungsräumen und Sportangeboten wurde nach dem Leitfaden des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp) durchgeführt. Die im Rahmen der Bedarfsanalyse zu führende Sportverhaltensstudie lief in der Verantwortlichkeit des Departments für Sportwissenschaft und Sport im hauseigenen CATI-Labor ab. Ziel der Kooperativen Planung war es, in Abstimmung von Zielen, Prioritäten und Maßnahmen zwischen den Interessengruppen der Stadt Duisburg, einen umfassenden Maßnahmenkatalog als Beitrag zur Konzeption von Strategien für das Projekt Duisburg 2027 zu erstellen.

  • Projektort: Erlangen
  • Bundesland: Bayern
  • Einwohnerzahl: 103.719
  • Projektart: ISEP
  • Zeitraum: 2005-2006

Ganz nach dem Motto der Stadt Erlangen im Jahr 2005 „Gesundheit erleben – Gesundheit ERLANGEN“ wollte die Stadt Erlangen eine wichtige Ent­wicklungs­auf­gabe in Angriff nehmen: die grund­­legende Analyse und zukunfts­fähige Ge­staltung ihrer Sport­stätten und Be­we­gungs­räume unter besonderer Berücksichtigung der Hallen­bäder­situation. Ein grundlegendes Ziel der Stadt Erlangen bestand darin, eine „bedarfs­gerechte und zukunfts­weisende kommunale Sport­ent­­wick­lungs­­planung“ für die Stadt zu erarbeiten. Dabei sollte die Sportstätten- und Be­wegungs­raum­situation der Stadt erfasst und in einen Sport­ent­wicklungs­plan aufge­nommen werden. Zudem trug die Bedarfser­mittlung nach dem ver­haltens­orien­tierten Ansatz (Leitfaden des Bundes­instituts für Sport­wissen­schaft) zur Ermittlung des ak­tuellen und zukünftigen Sport­stätten­bedarfs in der Stadt Erlangen bei. Die er­ho­benen Daten basierten auf den kon­kreten Aktivitäten und Vorstellungen der Bürger in Erlangen und konnten so eine Grundlage für die lang­fristige Flächen­­sicherung der erforder­lichen Sport- und Freizeit­anlagen bilden.

Aufgrund der zu­nehmen­den Be­dürf­nisse nach spaß- und ge­sellig­keits­be­tonter Be­we­gung sollte das Augenmerk der Planung nicht nur auf die schon be­stehen­den Sport­stätten ge­lenkt werden, sondern auch auf die Entwicklung einer nach­hal­tigen Bewe­gungs­­infra­­struk­tur insgesamt. Das übergreifende Ziel einer bürger­­nahen Planung ist durch eine breite Betei­li­gung der Öffent­­­lich­keit  erreicht worden. Ein fester Be­stand­­teil des Plan­ungs­­pro­zesses war das Ein­be­ziehen der Bürger (Kooper­ative Planung). Dies zielte nicht nur darauf ab, dass das Wissen über lokale Ge­geben­heiten und die fach­liche Kompe­tenz der Bevöl­ker­ung zu nutzen, son­dern auch eine höhere Akzeptanz ge­genüber der Maß­nahmen­­umsetzung in der Bevölkerung zu erreichen.

  • Projektort: Frankfurt am Main (Stadt)
  • Bundesland: Hessen
  • Einwohnerzahl: 664.000
  • Projektart: ISEP
  • Zeitraum: Juli 2009-Juni 2010
  • Kontakt: Sportamt der Stadt Frankfurt am Main

Die ISEP wurde im Auftrag des Sportamtes der Stadt Frankfurt/M. in Kooperation mit dem Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (IKPS) im Planungszeitraum von Juli 2009 bis Juni 2010 umgesetzt. Das primäre Ziel der ISEP in Frankfurt lag in der Erstellung eines bedarfsgerechten, zukunftsweisenden und nachhaltigen Sportentwicklungsplans für die Stadt. Die durchzuführende Sportverhaltensstudie wurde in der Verantwortlichkeit des DSS im hauseigenen CATI-Labor realisiert. Im weiteren Verlauf schloss sich eine Kooperative Planung zur Abstimmung von Zielen, Prioritäten und Maßnahmen zwischen den Interessengruppen der Stadt Frankfurt/M. an. Ziel dieser Planung war die Erstellung eines umfassenden Maßnahmenkatalogs zur Sicherung der gegenwärtigen und zukünftigen Grundversorgung sowie Entwicklung von Sport- und Bewegungsgelegenheiten.

  • Projektort: Region Frankfurt Rhein/Main
  • Bundesländer: Hessen, Bayern, Rheinland-Pfalz
  • Einwohnerzahl: 4,4 Mio.
  • Projektart: ISEP

Sportentwicklungsplanung nicht nur in kommunalen Grenzen zu betreiben, sondern für die regionale Planungsperspektive zu öffnen, ist schon seit geraumer Zeit eine Forderung sowohl von übergeordneter politischer Seite (Sportministerkonferenz) als auch der wissenschaftlichen Experten. Aufgrund von strukturellen Vorgaben und kommunalen Eigeninteressen sind regionale Sportentwicklungsplanungen bisher jedoch kaum realisiert worden.

Die Region Frankfurt Rhein-Main, die je nach Definition zwischen 2.2 Mio. (Planungsverband Ballungsraum) und 5.5 Mio. (Metropolregion) Einwohner umfasst, hat bereits in einer Vorstudie, die das DSS im Jahr 2006 gemeinsam mit dem IKPS durchgeführt hat, ein Konzept für die Realisierung einer Sportentwicklungsplanung erstellt.

Im diesem Projekt wurden nun – wiederum in Kooperation von DSS und IKPS – die ersten Module dieses Konzepts umgesetzt. Hierzu gehörte eine repräsentative Bevölkerungsbefragung einschließlich Sportverhaltenstudie mit einer realisierten Stichprobe von 4000 Interviews, die mittels des CATI-Labors des DSS durchgeführt wurde, sowie eine Expertenbefragung.

 

  • Projektort: Göttingen
  • Bundesland: Niedersachsen
  • Einwohnerzahl: 127.917
  • Projektart: ISEP mit Bevölkerungsbeteiligung
  • Zeitraum: September 2011 – Juni 2012
  • Kontakt: Göttinger Sport und Freizeit GmbH & Co. KG

Zur Fortschreibung des 1997 erstmalig verabschiedeten Sportkonzepts der Stadt Göttingen, führte die Göttinger Sport und Freizeit GmbH & Co. KG (GoeSF) gemeinsam mit dem Stadtsportbund Göttingen, dem Landessportbund Niedersachsen und dem Department für Sportwissenschaft und Sport der Universität Erlangen-Nürnberg eine integrierte Sportentwicklungsplanung (ISEP) durch. In diesem Zuge sollte das Sportkonzept der Stadt Göttingen, welches die sportpolitischen Grundsätze und Leitlinien zur Entwicklung der Sportorganisation, der Sportangebote und des Sportstättenbaus beinhaltet, grundlegend überarbeitet werden.

Neben der detaillierten Analyse von Sport- und Bewegungsräumen wurden sowohl die Vereine als auch die Bevölkerung nach Sportangebot und -verhalten befragt. Für die Bevölkerungsbefragung wurden 2.500 Haushalte angeschrieben. Innovativ war bei der ISEP in Göttingen die aktive Bevölkerungsbeteiligung durch sechs Stadtteilforen. Die Projektträger erhofften sich von diesem Ansatz, dass die Bevölkerung das Projekt intensiver begleiten und die sportpolitische Entscheidung dadurch aktiv mitgestalten konnten. Die ersten Stadtteilkonferenzen wurden Ende Januar 2012 durchgeführt. Delegierte aus diesen Foren haben zudem an der kooperativen Planung von Februar bis April 2012 teilgenommen und die Interessen der Bevölkerung vertreten.

 

  • Projektort: Herzogenaurach
  • Bundesland: Bayern
  • Einwohnerzahl: 22.917
  • Projektart: ISEP
  • Zeitraum: 2014

Die Stadt Herzogenaurach hat im Frühjahr 2014 das DSS beauftragt eine Integrierte Sportentwicklungsplanung durchzuführen.

 

 

  • Projektort: Kaufungen
  • Bundesland: Hessen
  • Einwohnerzahl: 12.644
  • Projektart: ISEP
  • Zeitraum: 2001-2002

Auf der Grundlage des Gesamtentwicklungsplanes Kaufungen 2000plus sind folgende Entwicklungsziele formuliert worden, die eng mit dem Thema Sport­ent­wicklung im Sinne einer integrierten Sportentwicklungsplanung verflochten sind:

  • Das Angebot an Möglichkeiten der Sport- und Freizeitbetätigung sollen an den Bedarf Kaufungens angepasst werden.
  • Die Bereiche für die landschaftsgebundene Erholung sollen erhalten und weiter in ihrer Attraktivität verbessert werden.
  • Kaufungen soll neben der Funktion als Wohngemeinde im Verflechtungsbereich Kassel auch eigenständige Bedeutung als Unterzentrum mit Mittelzentrums­funktion erlangen.

Ein grundlegendes Ziel der Gemeinde Kaufungen bestand darin, eine Planung zur Bestands­sicherung und Optimierung der Sport­stätten für den organisierten wie auch un­organisierten Sport durchzu­führen. Dabei sollte die Sportstätten- und Be­wegungs­raumsituation der Gemeinde erfasst und in einen Sportent­wicklungs­plan aufge­nommen werden. Die Bedarfsermittlung nach dem verhaltens­orien­tierten Ansatz des Bundes­instituts für Sportwissenschaft zum aktuellen und zukünftigen Sportstätten­bedarf in der Gemeinde Kaufungen war an dieser Stelle maßgebend. Die erhobenen Daten der Bestands­aufnahmen basierten auf den konkreten Aktivitäten und Vor­stel­lungen der Bürger in Kaufungen. Der Sportentwicklungsplan sollte Grundlage für die lang­fristige Flächen­sicherung der erforderlichen Sport- und Freizeit­anlagen sein.

Aufgrund der zu­nehmen­den Bedürfnisse nach spiel- und geselligkeits­be­tonter Be­we­gung wurde das Augenmerk der Planung je­doch nicht nur auf die schon bestehenden Sport­stätten ge­lenkt, sondern auch auf die Entwicklung einer nach­hal­tigen Bewegungs­infra­struk­tur insgesamt gerichtet. Das übergreifende Ziel einer bürger­­nahen Planung wurde durch eine breite Betei­li­gung der Öffentlichkeit erreicht. Ein fester Be­stand­­teil des Plan­ungs­­pro­zesses war das Ein­be­ziehen der Bürger (Kooper­ative Planung). Dies zielte nicht nur darauf ab, dass das Wissen über lokale Ge­geben­heiten und die fach­liche Kompe­tenz der Bevöl­ker­ung zu nutzen, son­dern außer­dem eine höhere Akzeptanz ge­genüber der Maß­nahmen­­umsetzung in der Bevölkerung zu erreichen.

Das Augenmerk war aber nicht nur auf die Entwicklung der (Kern-)Sportstätten gerichtet. Die Planung ist weitergehenden Ansprüchen mit dem Ziel der Schaf­fung einer bewegungsgerechten Gemeinde bzw. von bewegungs­offenen Landschaften mit neuen Bewegungs­räumen gerecht geworden. Die Versorgung der Bevölkerung mit Spiel-, Sport- und Bewegungsgelegenheiten in der Kommune wurde dabei am Bedarf der Gemeinde und den Bedürfnissen der Bevölkerung ausgerichtet. Letzten Endes ging es auch darum, eine Mobilisierung der gesamten Gemeinde Kaufungen zu Sport, Bewegung und Erholung – unter dem Motto „Sport für alle“ zu realisieren.

 

  • Projektort: Melle
  • Bundesland: Niedersachsen
  • Einwohnerzahl: 46.035
  • Projektart: ISEP
  • Zeitraum: 2013-2014

Die Stadt Melle hat im Sommer 2013 das DSS beauftragt eine Integrierte Sportentwicklungsplanung durchzuführen. Der Sportentwicklungsplan wurde im August 2014 an die Stadt übergeben.

 

  • Projektort: Sängerstadtregion
  • Bundesland: Brandenburg
  • Einwohnerzahl: 42.000
  • Projektart: ISEP
  • Zeitraum: 2013-2014

Der Kommunalverbund Sängerstadtregion im Süden des Landes Brandenburg, bestehend aus dem mittelzentrum Stadt Finsterwalde, den beiden Städten Doberlug-Kirchhain und Sonnewalde sowie den beiden Ämtern Elsterland und Kleine Elster, war Fördermittelempfänger im Städtebauförderprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden“ (KLS). Mit diesem Programm wurden Maßnahmen zur Sicherung der Daseinvorsorge in den Kommunen gefördert.

Wie vergleichbare Regionen ist auch der Kommunalverbund Sängerstadtregion mit gravierenden demographischen Strukturveränderungen und zugleich knapper werden kommunalen Finanzressourcen konfrontiert. Gleichwohl wollten die Kommunen der Sängerstadtregion neben anderen Handlungsfeldern auch die Sportentwicklung verstärkt und gemeinschaftlich in den Blick nehmen, was mit dem vorliegenden Sportentwicklungskonzept seinen Ausdruck findet.

Den Anstoß dafür gab das Mittelbereichskonzept Sängerstadtregion – Kulturland mit Energie 2010/2012, mit dem Ziel, Grundlagen und Empfehlungen für die Entwicklung des Sportstätten- und Bewegungsraumangebotes sowie der Sportorganisation zu schaffen. Zu diesem Zweck wurde nach einem Ausschreibungsverfahren im März 2013 die Projektgemeinschaft GRUPPE PLANWERK Berlin / Universität Erlangen-Nürnberg mit der Erstellung des Integrierten Sportraumentwicklungskonzeptes für die Sängerstadtregion beauftragt.

Das Planungsverfahren umfasste die folgenden Komponenten:

  1. Bestandsaufnahme und Analyse der Sportinfrastruktur,
  2. Bevölkerungsbefragung, Sportvereinsbefragung und Schulbefragung,
  3. Durchführung von zwei Workshops als Bestandteil der kooperativen Planung,
  4. Erstellung und Abstimmung eines Maßnahmenkonzeptes,
  5. Begleitung des Planungsprozesses durch eine Arbeitsgruppe, bestehend aus den maßgeblichen Vertretern des Kommunalverbundes und Vertretern des Landkreises, koordiniert und moderiert durch Mitarbeiter des Büros ContextPlan aus Berlin.

 

Rütten, A., Nagel, S., & Kähler, R. (2014). Handbuch Sportentwicklungsplanung. Schorndorf: Hofmann.

Rütten, A. & Frahsa, A. (2012). Qualitätsmanagement zur Verbesserung von Bewegungsverhältnissen in der Gesundheitsförderung. In: Bewegungstherapie und Gesundheitssport 28. Nr. 1, S. 6-10 [doi>10.1055/s-0031-1283890].

Rütten, A. & Frahsa, A. (2011). Bewegungsverhältnisse in der Gesundheitsförderung: Ein Ansatz zur theoretischen Konzeptualisierung mit exemplarischer Anwendung auf die Intervionspraxis. In: Sportwissenschaft 41. Nr. 1, S. 16-24.

Rütten, A., Frahsa, A., Engbers, L., Suomi, K. & Kolb, M. (2011). on behalf of the IMPALA project (2011). Proposed European Guidelines. Improving Infrastructures for Leisure-Time Physical Activity in the Local Arena towards social equity, inter-sectoral collaboration and participation. Bd. 1 1. Aufl. Erlangen: self-published.

Rütten, A. & Ziemainz, J. (2010). Kommune als Sportraum – Sport- und Stadtentwicklung trifft auf Gesundheitsförderung. In: Landschaftsarchitekten. bdla Bund Deutscher Landschaftsarchitekten. Nr. 4, S. 14-15.

Rütten, A. & Ziemainz, J. (2010). Smart Green, Teil 1. Sportentwicklung und Gesundheitsförderung – Eine sportwissenschaftliche Perspektive. In: FreeLounge, Fachmagazin für kommunale Frei-Räume. Nr. 4, S. 45-47.

Rütten, A. & Ziemainz, J. (2010). Sportentwicklung und Gesundheitsförderung – Eine sportwissenschaftliche Perspektive. In: Stadt + Grün. Nr. 4, S. 23-28.

Rütten, A., Frahsa, A. & Abu-Omar, K. (2010). Zur Entwicklung von politischen und infrastrukturellen Ansätzen in der Gesundheitsförderung durch Bewegung. Eine internationale Analyse. In: Spectrum der Sportwissenschaften 22 (2010) Nr. 2, S. 18-31.

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Rütten, A., Schröder, J. & Ziemainz, H. (2003). Handbuch der kommunalen Sportentwicklungsplanung. Aachen: Meyer & Meyer Verlag.

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