Entsehungsgeschichte

Friedrich-Alexander-UniveriŠt Erlagen /NŸrnberg Sportwissenschaftliche FAkulŠt der FAU Segelausbildung am gro§en Brombachsee Juni 2001 Foto Erich Malter / 92054 Erlangen Bergstra§e 3 0172 8101199

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Das Segeln im Hochschulsport der FAU lag in früheren Zeiten in der Hand einer Studenteninitiative, der Hochschulsegelgruppe Erlangen (HSGE), die in den Räumen des damaligen Sportzentrums der FAU (heute Department für Sportwissenschaft und Sport) ihre Theorieveranstaltungen für das Binnen-, Küsten- und Hochseesegeln durchführte und heute noch durchführt; die Praxis fand am Mondsee in Österreich in Kooperation mit der dortigen Segelschule statt, das Küsten- und Hochseesegeln in der Adria (heute auch in der Nord- und Ostsee).

brombachseeIm WS 1994/95 wurde an der hiesigen Universität mit der Ausbildung im Diplomstudiengang Sportwissenschaft – Schwerpunkt Erwachsenen- und Seniorensport – begonnen, in dem eine Einführung in die Erlebnis- und Freizeitsportart Segeln im Studienplan festgeschrieben war. Diese wurde erstmalig als Lehrgang in der Segelschule Mondsee durchgeführt.

Da dort jedoch Wind und Wetter unbefriedigend und Anreise und Unterkunft aufwändig waren, wurde die Ausbildung im Segelsport im Jahr darauf nach Mittelfranken verlegt, wo der Yachtclub Altmühlsee in Muhr in den Jahren 1996 und 1997 seine Boote und Räume zur Verfügung stellte. Im Jahr 1998 wurde die Ausbildung an den Kleinen Brombachsee zum Yachtclub Eolus verlegt. Die Kooperation mit den Yachtclubs führte durch die geringen finanziellen Mittel, die seitens des Instituts für die Ausbildung zur Verfügung standen, zu Spannungen und litt unter den fehlenden Unterrichtsräumen und der geringen Zahl an Ausbildungsbooten.

brombachsee_luftbildIn dieser Zeit war der Ausbau des Großen Brombachsees bereits im Gange. Die Lage im unmittelbaren Einzugsgebiet von Nürnberg und die Größe der Wasserfläche erschienen ideal für eine wassersportliche Betätigung. Somit fassten der damalige Leiter des Sportzentrums, Herr Ernst Hecht, und der Leiter des Diplomstudiengangs und Fachleiter Segeln, Herr Reiner Sickenberg, den Plan zur Erstellung eines universitätseigenen Wassersportzentrums.

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Im Herbst 1998 kam der Kontakt zur Gemeinde Pleinfeld zu Stande, die am südöstlichen Ende des Großen Brombachsees – in unmittelbarer Ufernähe – ein Grundstück besaß, auf dem der Bau einer Gastronomieanlage vorgesehen war. Der damalige Bürgermeister, Herr Otto Feil, zeigte sich offen für eine Kooperation mit der FAU und stellte einen Teil des Grundstücks von ca. 1500 qm zur Bebauung in Aussicht.

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Mit dieser Zusage wurde dem Kanzler der FAU, Herrn Thomas Schöck, die Idee für ein universitätseigenes Wassersportzentrum vorlegt und um Unterstützung bei der Universität gebeten. Der Kanzler erkannte sofort die für die FAU historisch einmalige Chance, ein Projekt in solch attraktiver Lage zu verwirklichen und zeigte sich offen für die Idee; er gab grünes Licht, das Konzept weiter zu verfolgen und das Universitätsbauamt für Vorplanungen zu integrieren.

Im Frühjahr 1999 fanden mehrere Koordinationsgespräche zwischen den Vertretern des Sportzentrums, dem damaligen Leiter und der Architektin der Abteilung Hochbau 3 des Universitätsbauamts, Herrn Hanfstingl und Frau Ruth Marker-Diekmann statt, die zu einem ersten Baukonzept führten.

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Im Jahr 1999 wurde Segeln durch die Initiative der Universitäten Erlangen und München vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus als Ausbildungsfach bayernweit für die Lehrämter an den Schulen und – durch eine Revision der Diplomprüfungsordnung Sportwissenschaft – für den Diplomstudiengang eingeführt. Da der Große Brombachsee vorzeitig geflutet und somit für die Segelausbildung verwendet werden konnte, wurde ab 1999 diese Ausbildung an den Großen Brombachsee in das neue Clubhaus des Yachtclubs Fankonia in Ramsberg verlegt.

unibauamt_verantwortlicheNoch im Frühjahr des gleichen Jahres stellte das Sportzentrum den offiziellen Antrag an die Leitung der FAU für den Bau eines Wassersportzentrums am Hafen in Pleinfeld und im Oktober 1999 folgte, nach der offiziellen Grundstückszusage der Gemeinde Pleinfeld, der Antrag der FAU an das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst zur Unterstützung der Baumaßnahme.

Verschiedene Beratungen und Verhandlungen mit Vertretern des Universitätsbauamts (zwischenzeitlich wurde Herrn Dieter Maußner die Leitung der Abteilung Hochbau 3 übertragen), des Wasserwirtschaftsamts, der Gemeinde, der Behörden und des Zweckverbands führten zu einem 2. Baukonzept. Dieses sah einen geschlossen Baukörper vor, in dem auf 4 Ebenen für die Sportarten Segeln, Surfen, Rudern und Rennkajak folgende Räume vorsahen:

  • 2 Lagerhallen mit einer Werkstatt (U 2 und U 1)
  • 2 Duschen mit Umkleiden (E 0)
  • 2 Toiletten mit einem Putzraum (E0)
  • 1 teilbarer Seminarraum (E 0)
  • 1 Cafeteria mit Teeküche und Terrasse (E 1)

modellDas Universitätsbauamt legte im Frühjahr 2000 die Baupläne zur Errichtung eines universitätseigenen Wassersportzentrums im Erholungszentrum Pleinfeld Süd am Großen Brombachsee der FAU vor; diese reichte umgehend den Bauantrag an das Bayerischen Staatsministerium weiter. Obwohl eine Bauplanung vorlag, die von den Behörden und dem Zweckverband getragen wurde und die FAU ihre Bereitschaft erklärte, 50 % der Baukosten zu tragen, stagnierte die Weiterführung des Projekts, da die Genehmigung und finanzielle Zusage des Bayerischen Staatsministeriums ausblieb.

stempel_approvedIm Jahr 2000 kam es zu einer Vereinigung der Stimmkreise Roth und Gunzenhausen und Herr Dr. Manfred Weiß wurde als MDL für diesen Stimmkreis gewählt und zum Staatsminister der Justiz ernannt. Hierdurch kam Bewegung in das Projekt. Intensive Verhandlungen auf Regierungs- und Ministerialebene und zusätzliche Unterstützung durch verschiedene Mandatsträger führten zur Genehmigung des Antrags durch das Bayerische Staatsministerium im November 2001. Auch universitätsintern wuchs die Unterstützung, dies vor allem nach der Wahl des neuen Rektors Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske.

Im Jahre 2001 konnten wir die Segelausbildung eigenständig in Pleinfeld durchführen. Dies wurde ermöglicht

  1. durch die großzügige Unterstützung der Universität, die uns 4 Ausbildungsboote finanzierte (1 Unijolle im Jahr 1999, 2 Unijollen im Jahr 2000 und 1 Unijolle im Jahr 2001),
  2. durch den Kauf 2 eigener Boote (1 Jolle 470 im Jahr 1998, 1Unijolle im Jahr 2000),
  3. durch die Nutzung der Räume der Feuerwehr Pleinfeld für Theorieausbildung und Übernachtung.

spatenstichIm April 2002 konnte der Spatenstich vom neuen Rektor der FAU, Herrn Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske, vom Kanzler der FAU, Herrn Thomas Schöck, vom Bayerischen Staatsminister der Justiz, Herrn Dr. Manfred Weiß, vom Bürgermeister der Gemeinde Pleinfeld, Herrn Otto Feil, und vom Leiter des Instituts für Sportwissenschaft und Sport, Herrn Prof. Dr. Alfred Rütten, vorgenommen werden.

Auch nach der Neuwahl des Gemeinderats Pleinfeld unterstützten dieser gemeinsam mit dem neuen Bürgermeister, Herr Josef Miehling, das Projekt „Wassersportzentrum Pleinfeld der FAU“ weiterhin und ermöglichten der FAU den Kauf des Geländes durch ein sehr preisgünstiges Angebot. Da zudem das Wasserwirtschaftsamt Ansbach ein Gelände in Verlängerung der bestehenden Landliegeplätze des Zweckverbands kostenlos zur Verfügung stellte, konnten mit Bewilligung des Zweckverbands Landliegeplätze des Wassersportzentrums angelegt werden.

Der Bau ging zügig voran, im Oktober 2002 konnte das Richtfest stattfinden. An diesem Tag wurde auch die Idee eines „Fördervereins Wassersportzentrum Pleinfeld“ geboren, der sich im Jahr 2003 unter dem Vorsitz des „Altbürgermeisters“ Otto Feil gründete und bereits bis zur Einweihung durch Spendensammlung zur Finanzierung der termischen Solaranlage und zur Küchenmöblierung beitrug.

spatenstichAm 24. Juli 2003 wurde mit einer großen Zahl von geladenen Gästen dasWassersportzentrum Pleinfeld der FAU feierlich und festlich eingeweiht. Durch seine Einbettung in den Hang passt sich der vierstöckige Baukörper einerseits unauffällig dem Gelände an und ermöglicht andererseits von seiner 10 Meter hohen Terrasse einen beeindruckenden Blick über den Großen Brombachsee und die umliegende Landschaft.

Mit dieser Entwicklungsgeschichte soll allen Förderern des Wassersportzentrums gedacht und gedankt werden, die durch ihre tatkräftige Hilfe zu seiner Entstehung beigetragen haben.